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Die Donau-Friedenswelle in Ungarn

 

RuderübergabeDie Bischöfe Klátik, Gáncs und Guib im Gottesdienst mit dem Friedensboot der Donau-Friedenswelle bei der Ruderübergabe.

Im April 2011 wurde die Donau-Friedenswelle in Ungarn gefeiert. In der Karwoche besuchte eine Delegierte der Evang.-Luth. Kirche in Bayern gemeinsam mit Pfarrerin Márta B. Pintér das evangelische Gymnasium in Aszód, nordöstlich von Budapest. Sie berichtete im Deutschunterricht zweier zehnter Klassen sowie in einer Abiturklasse über die Zusammenarbeit der Kirchen im Rahmen der Donau-Friedenswelle und erläuterte den Schülerinnen und Schülern die Ziele des Projekts. Alle waren der Meinung, dass die Donau viel mehr verbindet als sie trennt und betonten ihre Hoffnung, dass die Donau-Friedenswelle ein wichtiger Beitrag für die Überwindung von Gewalt im Donauraum sei.

KinderzeichnungKinderzeichnung aus einem Malwettbewerb zum Thema „Gewalt überwinden“

 Am Mittwoch, dem 20. April 2011, hatte die Evang.-Luth. Kirche in Ungarn zu einer ökumenischen Konferenz mit dem Titel „Entwaffnende Sanftmut“ eingeladen. Verschiedene Referenten stellten mögliche Lösungsmodelle in unterschiedlichen Konfliktsituationen vor (z.B. Familie, Migranten, Roma, Kirche) und diskutierten mit den Teilnehmern über Versöhnung und gewaltfreie Kommunikation. Mit stimmungsvoller Musik bereicherte die Sängerin Fanni Völgyessy Szomor, die die Schirmherrschaft für Ungarn übernommen hatte, das Programm. Nach einem Imbiss wurde ein festlicher ökumenischer Gottesdienst gemeinsam mit Repräsentanten der Röm.-Kath., der Baptistischen und der Reformierten Kirche zur Donau-Friedenswelle gefeiert. Beteiligt waren außerdem die Bischöfe der lutherischen Kirchen in der Slowakei (Generalbischof Dr. Miloš  Klátik) und in Rumänien (Bischof Reinhart Guib) sowie Schülerinnen und Schüler der evangelischen Gymnasien in Aszód, Fasor und Deák tér. Die Predigt hielt Bischof Péter Gáncs. Die musikalische Begleitung übernahm neben der Schirmherrin der 300 Jahre alte lutherische Chor der Gemeinde Alberti: „Boyzless Voice“. Anschließend legten die Festgäste am Denkmal von Gabor Sztehlo, der während der NS-Zeit jüdische Kinder rettete und später ein Heim gegründet hatte, Blumen nieder und entzündeten Kerzen.

Das ungarische Einladungs-Faltblatt können Sie hier herunterladen.

Evangelisch-Lutherische Kirche in Ungarn

Ansprechpartnerin:
Márta B. Pintér, Pfarrerin
1085 Budapest
Ülloi út 24
Tel. +36 – (1) 429-2035
E-Mail: marta.pinter@lutheran.hu
www.lutheran.hu

Die Evangelische Kirche in Ungarn stellt sich vor

Die Evangelisch-lutherische Kirche in Ungarn ist eine Gemeinschaft von etwa 300 lutherischen Gemeinden, die sich mit Jesus Christus verbunden fühlen. Die 213.125 Mitglieder – etwa 3% der ungarischen Bevölkerung – gehören trotz ihrer Verschiedenheiten zu „einem Leib“ – in den kleinsten Diasporagemeinden ebenso, wie in den Gemeinden von mehr als zehntausend Seelen.

Drei Bischöfe leiten die Arbeit der Gemeinden, damit das Evangelium sowohl dorthin gelange, wo nur ein Lutheraner lebt, als auch dort hörbar sei, wo unsere Gemeindemitglieder in der Mehrheit sind. Die Standorte der drei Kirchenbezirke Buda, Gyõr und Pest dienen als seelisches Zentrum für alle Lutheraner.

Das administrative Zentrum der Kirche – Budapest, Üllõi út 24 – ist ein Dienstleistungsort, der die Arbeit der Gemeinden und der kirchlichen Institutionen fördert. Neben den Abteilungen für Schulung, Wirtschaft, Bauarbeiten, Rechtsfragen und Jugendarbeit, die allen Lutheranern zur Verfügung stehen, hat ein jeder die Möglichkeit, die Hilfe der Krankenhausseelsorge und des Gefängnispastorats oder anderer missionarischer Dienstzweige, wie auch die Universitätsgemeinde aufzusuchen.

In den 37 Bildungseinrichtungen, wie z.B. Kindergärten und Schulen, bereiten sich etwa siebentausend Schüler auf das Leben vor, mit Hilfe von bald tausend Pädagogen. An der Lutherischen Theologischen Universität studieren mehr als hundert junge Menschen an den Fakultäten für die Ausbildung der Pastoren und Religionslehrer.

In den Altersheimen bekommen mehrere hundert ältere Menschen ein Zuhause, in brüderlicher Gemeinschaft für die letzte Zeit ihres Lebens. Es gibt zwei Heime für behinderte Kinder. Das Obdachlosenheim in Nyíregyháza, das Rehabilitätionszentrum für Alkoholiker in Györköny, das Sozialbeschäftigungshaus in Piliscsaba und der Hauspflegedienst in Kiskõrös und Szarvas zeigen eindrucksvoll das soziale Engagement der Lutheraner.

In den Erholungsheimen, z. B. Balatonszárszó, Gyenesdiás, Sopron, bietet die Kirche leibliche und seelische Genesung und in den Konferenzzentren, z. B. in Révfülöp oder Piliscsaba leistet sie denjenigen Beistand, die den Sinn des Lebens suchen.

Geschichte: Die reformatorischen Ereignisse in Wittenberg um Martin Luther in den Jahren nach 1517 wurden über ungarische Studenten, die in Wittenberg studierten, nach Ungarn gebracht. Das reformatorische Gedankengut konnte hier rasch heimisch werden.

Als die ersten transdanubischen Reformatoren Mátyás Dévai, Gál Huszár und Mihály Sztárai auftraten, begannen die Auseinandersetzungen mit den Türken im südlichen Grenzgebiet. Das war der Grund dafür, dass erst im Jahre 1577 mit Máte Szegedi der erste lutherische Bischof in Ungarn gewählt werden konnte.