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Die Donau-Friedenswelle in in der Slowakei

Das internationale ökumenische Projekt „Donau-Friedenswelle“ kam am 1. März 2011 in die Slowakei. Die zentrale Veranstaltung fand am Sonntag, den 20. März 2011 in Komárno statt. Vertreter der Evang. Kirche A.B. und anderer Kirchen in der Slowakei, kirchliche Repräsentanten aus Württemberg, Bayern, Österreich, Ungarn und Rumänien, die Botschafter einiger Länder, der Bügermeister der Stadt Komárno und viele Gläubige waren gekommen. Komárno liegt in der Südslowakei an der Mündung der Waag in die Donau. Die ungarische Stadt auf der anderen Seite der Donau heißt Komárom.

Chor aus Nitra in der evang. Kirche in KomárnoChor aus Nitra in der evang. Kirche in Komárno

Zunächst gab es am Vorabend des zentralen Festes anlässlich des Projekts ein eindrucksvolles Orgelkonzert in der Reformierten christlichen Kirche in Komárno. Ján Vladimír Michalko spielte Werke von Johann Gottfried Walther, Johann Sebastian Bach, Theodor Grünberg u. a. Am darauffolgenden Sonntag feierte die Evang. Kirche A.B. in der Slowakei einen zentralen Festgottesdienst, an dem u. a. die Erzbischöfe der Röm.-Kath. Kirche (Erzdiözese Bratislava und Trnava) und der griechischkatholischen Kirche (Erzdiözese Presov) sowie der Präses der Synode der Reformierten Kirche und der Stellvertreter des Bischofs in der Schlesischen evangelischen Kirche in der Tschechischen Republik und der Abgeordnete des Nationalrates der Slowakei, Dušan Jarjabek, beteiligt waren. Für literarische und musikalische Beiträge sorgten Dušan Jamrich, Schirmherr der Donau-Friedenswelle in der Slowakei und der Chor aus Nitra. Die Predigt hielt Miloš Klátik, Generalbischof der Evang. Kirche A.B. und Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in der Slowakei. Er nahm Bezug auf das Leitmotiv der Donau-Friedenswelle – „Es ströme das Recht wie Wasser“ und zitierte aus dem in der slowakischen Projekt-Broschüre veröffentlichten Predigtvorschlag von Professor Juraj Bándy: „Der Prophet Amos spricht davon, dass Recht und Gerechtigkeit nicht nur tropfen sollten, sondern strömen“. Es solle also etwas sein, was gewaltig, dauerhaft und von großer Kraft sei. Am Ende des Gottesdienstes überreichte Generalbischof Miloš Klátik das symbolische Ruder der Donau-Friedenswelle an Bischof Péter Gáncs von Ungarn. Dort wird die Donau-Friedenswelle im April 2011 gefeiert.

Die Bischöfe Bünker, Klátik und Gáncs (v.l.) bei der RuderübergabeDie Bischöfe Bünker, Klátik und Gáncs (v.l.) bei der Ruderübergabe

Die ungarisch- und deutschsprachigen Gottesdienstbesucher konnten dank eines dreisprachigen Liedblatts den Gottesdienst gut mitfeiern.

Im Anschluss an den Gottesdienst war die Festgemeinde zu jeweils 15-minütigen Gebetsandachten in der Reformierte christliche Kirche, in der Röm.-Kath. Kirche Hl. Andreas und schließlich in der Orthodoxe Kirche Hl. Gottesmutter eingeladen.

Ein feierlicher Empfang im Offizierspavillon und eine Stadtführung durch Komárno rundeten den Tag ab.

Die Veranstaltung wurde auch in Zusammenarbeit mit der Stadt Komárno durchgeführt.

Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei

Ansprechpartnerin:
Mgr. Marcela Kmet`ová
Palisády 46
81106 Bratislava
Tel. +421(0)2 59 201 239
E-Mail: ausland@ecav.sk
www.ecav.sk

Die Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei stellt sich vor

Die Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in der Slowakei (weiter EKAB) ist die zweitgrößte Kirche der Slowakischen Republik. 7 % der Bevölkerung gehören ihr an.

Das biblische Evangelium stellt die Quelle des Glaubens an den dreieinigen Gott und die Richtschnur des Lebens dar. Jesus Christus ist das Haupt der Kirche. Das Prinzip der Gleichheit der Kinder Gottes stellt das Fundament der menschlichen Beziehungen in der EKAB dar. Das Augsburger Bekenntnis wird als Auslegung der zentralen Glaubensfragen aufgefasst. Seit Wiedereinführung der Religionsfreiheit im Jahre 1989 hat die EKAB in der Slowakei wichtige Änderungen im liturgischen Bereich vorgenommen. Zum Beispiel wurde 1992 ein neues „Evangelisches Gesangbuch“ herausgegeben. Seit 2000 sind Jugendgottesdienste zum festen Bestandteil des gottesdienstlichen Lebens geworden und 2001 wurde ein Dreijahresturnus der Bibellesung eingeführt.

Die EKAB besteht aus 323 Kirchengemeinden, die zu 14 Senioraten und 2 kirchlichen Verwaltungsgebieten des westlichen und östlichen Distrikts gehören. Im aktiven Dienst sind 348 Geistliche tätig, darunter 137 Frauen. Die EKAB verfügt über 590 funktionsfähige Kirchen und Gebetshäuser. Die EKAB in der Slowakei ist demokratisch aufgebaut und vierstufig gegliedert. Die Grundeinheit der Kirchenstruktur ist die Kirchengemeinde. Die Kirchengemeinden sind zu Senioraten und die Seniorate wiederum zu Distrikten zusammengeschlossen. Kirchengemeinden, Seniorate und Distrikte bilden zusammen die EKAB der Slowakei. Auf allen unteren und mittleren Ebenen der Kirchenstruktur ist der Konvent das höchste Organ. Auf der Ebene der EKAB ist die Synode das höchste Organ. Exekutivorgan ist stets das Presbyterium.

Im Jahr 2006 wurden die Vertreter der Kirche neu gewählt. Für die sechsjährige Amtsperiode wurden zum Kirchenvorstand bestimmt: Mgr. Miloš Klátik, PhD., Generalbischof; Ing. Pavel Delinga, CSc., Generalinspekteur.

Die EKAB in der Slowakei hat mehrere ausländische Partnerkirchen - unter anderem evangelische und lutherische Kirchen in Deutschland, den USA, Schweden, Malawi, Polen und Kroatien. Sie ist Mitglied des Lutherischen Weltbundes, der Konferenz der Europäischen Kirchen und des Weltrats der Kirchen und arbeitet mit internationalen Verbänden wie dem Gustav-Adolf-Werk (GAW), dem Martin-Luther-Bund (MLB) und der Gemeinschaft der Evangelischen Kirchen in Europa (GEKE) zusammen. Zur evangelischen Kirche gehört weiterhin die Evangelische Diakonie der EKAB, zu der unter anderem 17 diakonische Zentren gehören.

Bildung ist ein wichtiges Anliegen der EKAB in der Slowakei. Sie eröffnete nach 40 Jahren wieder mehrere evangelische Bildungseinrichtungen, unter anderem die Theologische Fakultät der Comenius Universität in Bratislava. Die junge Generation trifft sich im Rahmen der Kirchengemeinde in Sonntagsschulen, bei der Vorbereitung der Konfirmation und in anderen Gemeinschaften für Heranwachsende und Jugendliche. Weiterbildung, Seminare und Konferenzen für Geistliche und nichtordinierte Mitarbeiter der Kirche werden vor allem von der Inneren Mission der EKAB vorbereitet und koordiniert.
Der traditionelle evangelische Tranoscius-Verlag in Liptovský Mikuláš veröffentlicht schon seit mehr als 110 Jahren liturgische, religiöse und belletristische Literatur, sowie mehrere Periodika. Zu der evangelischen Presse gehört u.a. die Wochenzeitung „Evanjelický posol spod Tatier“ (Evangelischer Bote unter der Tatra), die bald ihr 100 jähriges Jubiläum feiern kann. Mehrere Kirchengemeinden geben eigene Zeitschriften heraus.

Aktuelle Informationen kann man auf der Internetadresse www.ecav.sk finden. Geistliche Programme und Missionsprogramme für Rundfunk und Fernsehen werden vom Slowakischen Evangelisationszentrum für Massenmedien bei der EKAB erarbeitet.

Dr. Miloš Klátik
Generalbischof der EKAB in der Slowakei