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Die Donau-Friedenswelle in Rumänien

Am 15. Mai hatte die Welle Sibiu/Hermannstadt erreicht, den östlichsten Punkt unserer Friedenswelle. Die Eröffnung der zentralen Veranstaltung fand am Samstag mit einem Gottesdienst und einem Orgelkonzert von Remus Henning in Heltau statt. Doch der Höhepunkt war der Festgottesdienst am Sonntag in der Stadtpfarrkirche in Herrmannstadt mit dem anschließenden Bezirksgemeindefest, das zum ersten Mal auf dem Huetplatz stattfand.

„Zum ersten Mal wird die Hermannstädter Bezirksgemeinde von einer Welle so erwischt, dass sie sich zu einem Kirchengemeindefest sammelt“ so Bischof Guib. Ein Ausdruck dafür, dass die Donaufriedenswelle die oft sehr verstreuten und vereinsamten Gemeinden des Bezirks zusammenführte und sie stärkte. Eine Wirkung nicht nur nach außen, sondern auch nach innen - in die eigenen Gemeinden hinein.

Wie bei der ersten zentralen Veranstaltung der Donau-Friedenswelle in Ulm, führten drei württembergische Schauspieler nach den Worten des Propheten Amos ein kurzes Verkündigungsspiel auf, geleitet von dem Motto des Projektes „Es ströme das Recht wie Wasser“ (Amos 5,24). Das ursprünglich in Rumänien gebaute Boot, das uns bei allen zentralen Veranstaltungen begleitet hat und so zum Symbol der Friedenswelle geworden ist, stand auch bei diesem Gottesdienst bereit, um Hoffnungen und Sorgen der Gottesdienstteilnehmer aufzunehmen - nun geschmückt mit Fahnen allen Stationen unserer Friedenswelle.

Musikalisch begleitete der Heltauer Kirchenchor unter der Leitung von Remus Henning den Gottesdienst. Im Anschluss fand das Kirchengemeindefest statt. Für gute Stimmung sorgten eine Volkstanzgruppe, Chöre und Musikanten. Mit ökologischen Speisen und natürlichen Säften war für das leibliche Wohl der Teilnehmenden gesorgt.

Bei strahlendem Sonnenschein auf dem ehrwürdigen Pfarrhof war es ein stimmungsvolles Fest.

Das Einladungs-Faltblatt können Sie hier herunterladen.

Evangelische Kirche A.B. in Rumänien

Ansprechpartner:
Dietrich Galter, Dechant
Evangelische Akademie Siebenbürgen
Str. Livezii 55
550042 Sibiu
Tel. +40 (0)269 21 99 14
E-Mail: eas@neppendorf.de
www.evang.ro

Die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien stellt sich vor

Die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien, Biserica Evanghelică C.A. din România ist überwiegend deutschsprachig. 38 Pfarrerinnen und Pfarrer sowie 3 Diakoninnen und Diakone betreuen in rund 250 Gemeinden – darunter auch Kleinstgemeinden und Betreuungspunkte - 13.500 Gemeindeglieder. Insgesamt 250 hauptamtliche Mitarbeiter sind im Landeskonsistorium, in den 5 Bezirkskonsistorien mit ihren eigenständigen Gemeinden, Diasporagemeinden und Verbänden von Gemeinden beschäftigt.

Die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien ist in der Reformationszeit entstanden. Ihre lange und reiche Geschichte ist eng verbunden mit der Geschichte Siebenbürgens (Transsilvanien). Lange Zeit bildeten die Ungarn und die Siebenbürger Sachsen den überwiegenden Bevölkerungsteil in Siebenbürgen. Die Siebenbürger Sachsen siedelten im Karpatenbogen seit etwa 1150. Mit der Reformation wurden sie zu fast 100% Lutheraner. Es gelang ihnen in den folgenden Jahrhunderten, eine reiche, eigenständige Kultur mit deutscher Sprache und Struktur zu erhalten. Eine Besonderheit bilden die einmaligen, wehrhaften Kirchenburgen aus dem 13.-15. Jahrhundert, von denen einige zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören.

Auch während der Zeit des Kommunismus in Rumänien wurden die spezifischen Gemeinschaftsstrukturen und das kulturelle Erbe insbesondere in den Kirchengemeinden gepflegt. Doch nach der politischen Wende von 1989 verringerte sich der Anteil der deutschsprachigen Bevölkerung in Siebenbürgen infolge der Auswanderung nach Deutschland erheblich. Damit sank auch die Zahl der Gemeindeglieder der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien innerhalb von 15 Jahren von ca. 100.000 auf 14.460. So bildet die Betreuung alter Gemeindeglieder, deren Familien zumeist ausgewandert sind, heute eine besondere Aufgabe.

Seit einigen Jahren tritt jedoch auch die Arbeit mit Jugendlichen wieder in den Mittelpunkt. Eine besondere Herausforderung bildet die starke Nachfrage seitens der rumänisch- und ungarischsprachigen Bevölkerung, ihre Kinder an den deutschsprachigen Schulen unterrichten zu lassen. Auch das Interesse am evangelischen Religionsunterricht in den staatlichen Schulen wächst.

Zur evangelischen Kirche gehören verschiedene Werke (Jugendwerk, Frauenarbeit, Diakonisches Werk, Evangelische Akademie Siebenbürgen – EAS) und Einrichtungen (Altenheime, Schülerwohnheim, Begegnungs- und Kulturzentrum Friedrich Teutsch, Erholungsheime u. a.). Die theologische Ausbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer erfolgt heute am Departement für Protestantische Theologie der Lucian-Blaga-Universität Hermannstadt.

Besonders die ökumenische Rolle durch ihre Mitarbeit in ökumenischen Gremien im In- und Ausland sichert der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien bis heute einen unverzichtbaren Platz im Zusammenleben der Kirchen des Landes zu. Diese Rolle übt sie vor allem mit ihrer protestantischen Tradition und westlich geprägten Theologie immer auch als Vermittlerin und Brücke zwischen Konfessionen, Ethnien und theologischen Positionen aus. Dieses geschieht – unter anderem – innerhalb des Ökumenischen Vereins „AIDRom“, des Vereins „Reconciliation in Eastern Europe“, der Bibelgesellschaft in Rumänien wie auch des Lutherischen Weltbundes, des Ökumenischen Rats der Kirchen, der Konferenz Europäischer Kirchen u.a.

Termine der „Donau-Friedenswelle“ in Rumänien:

Donau-Gottesdienst-Welle in Rumänien: im Mai 2011
Zentrale Veranstaltung: Sonntag, 15. Mai 2011 in Sibiu / Hermannstadt