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Die Donau-Friedenswelle in Bayern

Viele Kirchengemeinden und Einrichtungen in ganz Bayern beteiligten sich an der liturgischen Friedenswelle und feierten im November 2010 den länderübergreifenden Gottesdienst "Es ströme das Recht wie Wasser" (Amos 5,24). Restbestände der Projekt-Broschüre, die Lieder, Gebete und Texte für den Gottesdienst sowie Informationen und Statements der Bischöfe und Schirmherrn zum Projekt enthält, können kostenlos im Ökumenereferat (Kontaktdaten siehe unten) bestellt oder hier heruntergeladen werden.

Es ströme das Recht wie Wasser…“
Rückblick auf die ökumenische Veranstaltung
der „Donau-Friedenswelle“ am 20. November 2010 in Niederalteich

„Ich habe die Hoffnung, dass in allen Ländern im Donauraum der ökumenische Weg gemeinsam gegen Gewalt und für den Frieden weiter fließt.“
„Die Donau verbindet mehr als sie trennt.“
Demut
Offenheit
Nächstenliebe
Andacht
Urvertrauen“

So formulierten Besucherinnen und Besucher des ökumenischen Festgottesdienstes im Kloster Niederaltaich ihre Hoffnungen, die sie mit der „Donau-Friedenswelle“ verknüpfen. Der Gottesdienst mit einer Dialogpredigt von Abt Marianus und Regionalbischof Weiss bildete den Abschluss der Tagung, die als zentrale bayerische Veranstaltung des Projekts stattfand. Ein ökumenisches Vorbereitungsteam hatte am 20. November nach Niederalteich eingeladen. Vertreterinnen und Vertreter aus den evangelischen Kirchen in Rumänien, Ungarn, der Slowakei, Österreich und Württemberg gestalteten gemeinsam mit dem bayerischen Team den Gottesdienst.

Die Niederaltaicher Veranstaltung der Donau-Friedenswelle hatte zwei Ziele:
Auf die Erfolge der Dekade zurückblicken, das Erreichte würdigen und feiern. Und neue Anstöße geben für die Weiterarbeit über die Dekade hinaus.

Regionalbischof Dr. Weiss betonte in seiner Begrüßung der mehr als 100 Teilnehmer, dass Niederalteich der richtige Ort für die Veranstaltung der ökumenischen und länderübergreifenden Donau-Friedenswelle sei. Das Kloster pflege intensive Beziehungen zu den Kirchen des Ostens und sehe Ökumene als seine zentrale Aufgabe. Bürgermeister Thalhammer bestätigte dies in seinem Grußwort. Niederalteich sei sehr eng mit der Donau verbunden. Der Donau-Ausbau bewege schon lange die Gemüter der Bürger Niederalteichs.

Eine exemplarische Auswahl von Projekten der Dekade.Eine exemplarische Auswahl von Projekten der Dekade.

Dekade-Aktivitäten und Projekte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) standen im Mittelpunkt des Rückblicks von Oberkirchenrat Martin. Neben den vier Themenschwerpunkten „Kinder/Jugendliche“, „Mediation“, „häusliche Gewalt“ und „Menschenhandel/Zwangsprostitution“ hob er besonders die Arbeitsstelle kokon als Errungenschaft der Dekade hervor. Mit dieser Einrichtung sei es der ELKB gelungen, Gewaltprävention und die konstruktive Bearbeitung innerkirchlicher Konflikte über die Dekade hinaus als Arbeitsbereich fest zu verankern.
Pastorin Liesa Unger stellte das Projekt „Zelt der Völker“ vor. In der Mennonitengemeinde Ingolstadt entstand während der Dekade zur Überwindung von Gewalt der Arbeitskreis „Zelt der Völker“, der sich mit Menschen in Palästina bemüht, eine Verständigung zwischen den Völkern im Nahen Osten zu schaffen. Schließlich erläuterte Ulrich Hoffmann, römisch-katholisch und stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AcK) Ulm / Neu-Ulm, die ökumenischen Beziehungen des Gremiums mit Christen entlang der Donau. So wird z. B. über den engen Kontakt mit Vukovar in Kroatien die Versöhnung zwischen den überwiegend römisch-katholischen Kroaten und den meist orthodoxen Serben gefördert.

Die bayerische Justizministerin Dr. Beate Merk betonte anschließend das gute Miteinander von Staat und Kirche bei Gewaltprävention und Opferschutz. Vorbeugen und konsequentes Bestrafen seien die Grundprinzipien zur Bekämpfung von Gewalt. Dabei dürfe man jedoch nie die Perspektive des Opfers aus den Augen verlieren. Beim Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern setzt sie sich für härtere Strafen und längere Verjährungsfristen ein, denn, so die Ministerin, dieses Verbrechen werde wie ein mittelschwerer Diebstahl bestraft. Das dürfe nicht sein. Allerdings finde sie mit ihren Forderungen keine Mehrheit. Freilich gäbe es noch viel zu tun, so Merk. Die Gesetze zum Menschenhandel und zur Zwangsprostitution sind für die Justizministerin nach wie vor unbefriedigend. Ausdrücklich lobte sie das Engagement der Bürger, die sich in verschiedenen sozialen Einrichtungen sowohl um Opfer als auch um Täter kümmern.

Nach dem Mittagsmenü mit „Donauwelle“ als Nachspeise konnten die Teilnehmer einige Schwerpunktthemen in Workshops vertiefen. Im Plenum verabschiedeten sie eine „Niederalteicher Erklärung“, in der sie sich verpflichteten, auch in Zukunft engagiert zu bleiben für die Überwindung von Gewalt in all ihren Formen. Die anwesenden Kirchenleitungen wurden gebeten, die während der Dekade und bereits zuvor entstandenen Projekte und Initiativen ideell und materiell zu unterstützen und zu begleiten.

Den Wortlaut der Niederalteicher Erklärung finden Sie hier.

Das Programm-Faltblatt kann hier heruntergeladen werden.

Mitwirkende im Gottesdienst: Abt Dr. Marianus Bieber (2. v. l.), Oberkirchenrat Michael Martin (5. v. l.) und Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss (ganz rechts) mit dem internationalen Team.Mitwirkende im Gottesdienst: Abt Dr. Marianus Bieber (2. v. l.), Oberkirchenrat Michael Martin (5. v. l.) und Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss (ganz rechts) mit dem internationalen Team.

Im ökumenischen Abschluss-Gottesdienst in der Oberkirche der Barockbasilika des Klosters wurde ein eigens für die Donau-Friedenswelle hergestelltes Schiffsmodell weiter auf seine Donau-Reise geschickt und das „Ruder“ an Österreich übergeben. Dort wurde die Donau-Friedenswelle im Februar 2011 gefeiert. Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie hier.

 

Ansprechpartnerin:
Claudia Dunckern, M.A., Theologin
Landeskirchenamt
Referat „Ökumene, Partnerschaften, Mission und Entwicklungsdienst“
Katharina-von-Bora-Str. 11 – 13
80333 München
E-Mail: claudia.dunckern@elkb.de
www.bayern-evangelisch.de

Die Evang.-Luth. Kirche in Bayern und die Dekade zur Überwindung von Gewalt

Der Evang.-Luth. Kirche in Bayern (ELKB) gehören 2,6 Millionen Menschen in mehr als 1.500 Kirchengemeinden an, d. h. ca. 21% der Bevölkerung in Bayern ist evang.-luth. Bekenntnisses. Landesbischof ist seit 1.11. 1999 Dr. Johannes Friedrich.

Die ELKB hat eine Reihe von Projekten und Institutionen unterstützt und finanziell bezuschusst. Gleichzeitig setzte sie selbst verschiedene Schwerpunkte im Rahmen der Dekade zur Überwindung von Gewalt. Exemplarisch seien folgende Themen genannt:

  • Kampagne Gewalt in Familien wahrnehmen und überwinden
  • Elternkurse zur gewaltfreien Erziehung
  • Mediation und konstruktive Konfliktbewältigung
    • Ausbildung von Streitschlichtern an Schulen
    • Einführung eines Unterstützungssystems Mediation für die Mitarbeitenden der ELKB (Arbeitsstelle „kokon“ – Konstruktive Konfliktbearbeitung in der ELKB)
  • Überwindung von Menschenhandel / Zwangsprostitution

Weitere Projekte finden Sie unter bayern-evangelisch.de