Abschlussfest
Sabine Sauer vom Bayerischen Rundfunk moderiert die Gesprächsrunde der sechs Bischöfe; v.l.n.r.: Dr. Johannes Friedrich (Bayern), Péter Gáncs (Ungarn), Dr. Miloš Klátik (Slowakei), Sabine Sauer
Am 2. Juli hatten die Bischöfe der Donau-Friedenswelle zur Abschlussfeier des Projekts nach Neu-Ulm und Ulm eingeladen. In der evangelisch-lutherischen Petruskirche in Neu-Ulm begleiteten die ungarischen und österreichischen Schirmherren stimmungsvoll den Rückblick auf die Stationen der Donau-Friedenswelle mit Musik und Gesang aus Osteuropa.
Sabine Sauer vom Bayerischen Rundfunk moderiert die Gesprächsrunde der sechs Bischöfe; v.l.n.r.: Sabine Sauer, Dr. Michael Bünker (Österreich), Reinhart Guib (Rumänien), Dr. Frank O. July (Württemberg)
Der Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK), Dr. Olav Fykse Tveit, reflektierte kurz die Internationale Ökumenische Friedenskonvokation, zu der der ÖRK 1000 Delegierte der Mitgliedskirchen zum Abschluss der Dekade zur Überwindung von Gewalt nach Kingston / Jamaika eingeladen hatte. Als Netzwerkkongress – so der Generalsekretär – sei die Versammlung ein Erfolg gewesen. Es habe aber auch kritische Stimmen gegeben, die über mangelnde Austausch- und Diskussionsmöglichkeiten klagten. Gerade die Kritik werde sehr ernst genommen. Von besonderem Interesse sei für ihn die Weiterführung der Arbeit am Leitbild des gerechten Friedens. Die Rede des Generalsekretärs können Sie hier herunterladen.
"Es darf keine Eiszeit zwischen den Menschen herrschen". Peter Maffay, Schirmherr der Donau-Friedenswelle für Bayern, Rumänien und Württemberg, beim Festakt in der Petruskirche in Neu-Ulm
Nach der Kaffeepause mit Donauwelle-Kuchen stand der Festakt unter dem Hauptthema „Menschen eine Heimat geben“. Nicht musikalisch, sondern als ein engagierter Mann, der benachteiligten und traumatisierten Kindern und Jugendlichen Schutzräume – und damit eine Heimat – gibt, trat der Rockmusiker Peter Maffay auf. Er hatte die Schirmherrschaft für die bayerische, rumänische und württembergische Kirche übernommen und berichtete über die Arbeit seiner Stiftung. Genauer erläuterte er das jüngste Projekt – ein Therapiezentrum für Kinder und Jugendliche im rumänischen Radeln -, die die ganze Härte der sozialen Ungerechtigkeit zu spüren bekommen. Zu diesem Projekt hat der im rumänischen Kronstadt (Brasov) geborene Musiker eine besondere Beziehung. Dank seiner charismatischen Persönlichkeit und Glaubwürdigkeit gewann er in kürzester Zeit das Interesse und die Herzen des Publikums. Mit Bezug auf den von ihm in den 1980er Jahren veröffentlichten Song „Eiszeit“ betonte er: „Es darf keine Eiszeit zwischen den Menschen herrschen, denn dies ist immer auch der Nährboden für Intoleranz, Hass und Fremdenfeindlichkeit. Es ist großartig, dass diese Initiative, deren Abschluss wir heute hier feiern, so viel Erfolg hatte“.
Einzug der Bischöfe und Generalsekretär Tveit.
Anschließend diskutierten die sechs Bischöfe der Donau-Friedenswelle die Frage, wie über das Projektende hinaus im Donauraum das Zusammenleben mit Zuwanderern und ethnischen Minderheiten in gemeinsamer Verantwortung gestaltet werden kann. Aufgrund der kompetenten und charmanten Moderation durch die Journalistin Sabine Sauer vom Bayerischen Rundfunk war die Gesprächsrunde getragen von einer Mischung aus humorvollen Beiträgen und persönlichen Migrationserfahrungen der Bischöfe. Ein buntes Kaleidoskop an verschiedenen Schwerpunkten und Herausforderungen in den einzelnen Ländern wurde dem Publikum geboten: Islamfeindlichkeit in Deutschland, Roma-Diskriminierung in Ungarn, die Situation der evangelischen Minderheit im rumänischen Siebenbürgen und vieles mehr kam zur Sprache. Am Schluss waren sich alle Bischöfe einig, dass sie die Zusammenarbeit im Donauraum nicht nur den Banken, der Wirtschaft und der Politik überlassen dürfen: „Die Friedenswelle muss weitergehen und darf nicht aufhören“.
Die Teilnehmer spannen mit Tüchern in den Farben der Donau-Friedenswelle ein Friedensband von der Petruskirche in Neu-Ulm über die Donaubrücke zum Ulmer Münster. Foto: Volkmar Könneke.
Diesen Appell setzten die Teilnehmer der Veranstaltung sogleich um und gingen – verbunden mit blauen und grünen Seidentüchern – von der Petruskirche in Neu-Ulm über die Donaubrücke nach Ulm ins evangelische Münster. Dort feierten alle Beteiligten einen festlichen Gottesdienst. Die Bischöfe setzten den Amostext „Es ströme das Recht wie Wasser“ in Bezug zu den Herausforderungen in ihren Ländern. ÖRK-Generalsekretär Tveit predigte über das Motto der Internationalen Ökumenischen Friedenskonvokation „Ehre sei Gott und Friede auf Erden“. Die Predigt finden Sie hier.
Einen kurzen Filmbericht zur Abschlussfeier der Donau-Friedenswelle können Sie hier sehen: www.kirchenfernsehen.de.
